Wanda Wilkomirska Kulturverein Bremen e.V. - Kultur erleben

Kunst ist mehr als Ruhm und Geld ~Wanda Wilkomirska, 2009

Das Ziel des Wanda Wilkomirska Kulturverein Bremen e.V. ist es, Menschen durch Kunst und Kultur zusammenzubringen, den europäischen Gedanken zu stärken, sowie gegenseitiges Verständis, Respekt und Offenheit zu fördern.

Aktuell

Ausstellung

Zwischen Freiheit und Musik

Das Leben von Wanda Wiłkomirska

Ausstellungsort:
Institut français Bremen
Contrescarpe 19
28203 Bremen

Ausstellungseröffnung:
27. August 2026, 17:30 Uhr

Ausstellungsdauer:
27. August 2026 – 23. Oktober 2026

In Kooperation mit:

  • Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen e.V.
  • Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg
  • Institut français Bremen

Vorstand

Vorstand

Vorsitzende: Christine Jezior

1. Stellvertretende Vorsitzende: Katarzyna Weichert

2. Stellvertretende Vorsitzende: Hanna Glabiszewski

Kassenwartin: Monika Anders

Schriftführerin: Anna Krupa

Beirat

Weitere Angaben folgen

Lebenslauf

Wanda Wiłkomirska (1929–2018) war eine der bedeutendsten Geigerinnen des 20. Jahrhunderts und eine Künstlerin von internationalem Rang. Sie gehörte zu jener seltenen Generation von Musikerinnen, deren Name nicht nur in Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten, in Kanada, in Australien und weit darüber hinaus mit höchster künstlerischer Qualität verbunden war. Mit ihrer außergewöhnlichen Ausdruckskraft, ihrer technischen Meisterschaft und ihrer unverwechselbaren Persönlichkeit zählte sie über viele Jahrzehnte zu den großen Geigenvirtuosinnen ihrer Zeit.

Geboren wurde Wanda Wiłkomirska am 11. Januar 1929 in Warschau in eine herausragende Musikerfamilie. Ihr Vater Alfred Wiłkomirski war Geiger, Dirigent und Musikpädagoge, ihre Geschwister waren ebenfalls bekannte Musiker. Schon früh zeigte sich ihr außergewöhnliches Talent. Den ersten Geigenunterricht erhielt sie von ihrem Vater, danach setzte sie ihre Ausbildung bei den wichtigsten polnischen und internationalen Pädagoginnen und Pädagogen fort. Sie studierte an der Staatlichen Musikhochschule in Łódź bei Irena Dubiska sowie an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest bei Ede Zathureczky. Später vervollkommnete sie ihr Spiel unter anderem bei Eugenia Umińska und Henryk Szeryng in Paris.

Bereits in jungen Jahren machte Wanda Wiłkomirska international auf sich aufmerksam. Sie gewann Preise bei bedeutenden Wettbewerben in Genf, Budapest, Leipzig und Posen. Diese frühen Erfolge öffneten ihr den Weg zu einer internationalen Karriere und machten deutlich, dass hier eine außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeit heranwuchs. Schon bald wurde sie nicht nur in Polen, sondern auch im Ausland als eine der interessantesten und eindrucksvollsten Geigerinnen ihrer Generation wahrgenommen.

Einen wichtigen Abschnitt ihrer künstlerischen Laufbahn verband Wanda Wiłkomirska mit der Nationalphilharmonie in Warschau, deren Solistin sie über mehr als zwei Jahrzehnte war. Mit diesem Orchester und mit vielen anderen Ensembles trat sie in den wichtigsten Konzertsälen Europas, Amerikas und Australiens auf. Ihre internationale Karriere führte sie unter anderem in die Carnegie Hall und das Lincoln Center in New York, in die Berliner Philharmonie, in das Gewandhaus Leipzig, in die Royal Festival Hall in London, in die Salle Pleyel in Paris, in die Tschaikowsky-Halle in Moskau sowie in viele weitere große Musikzentren der Welt.

Wanda Wiłkomirska war nicht nur in Europa berühmt. Besonders in den Vereinigten Staaten und in Kanada wurde sie seit den 1960er Jahren mit großer Begeisterung aufgenommen. Ein entscheidender Wendepunkt ihrer Karriere war ihr Auftritt in der Carnegie Hall in New York, der ihr die Türen zum amerikanischen Konzertleben weit öffnete. Von diesem Zeitpunkt an gastierte sie regelmäßig in Nordamerika und wurde dort als Interpretin von höchstem Rang geschätzt. Auch in Australien feierte sie große Erfolge. Nach ihrer ersten Tournee im Jahr 1969 wurde sie dort mit außergewöhnlicher Anerkennung aufgenommen. 1973 schrieb sie Musikgeschichte als erste Geigerin, die ein Solorezital im neu eröffneten Sydney Opera House gab. Sie eröffnete außerdem den ersten Konzertabend der Sydney Symphony in diesem Haus. Diese Auftritte machten ihren Namen auch in Australien zu einem festen Begriff des internationalen Musiklebens.

In den 1960er und 1970er Jahren zählte Wanda Wiłkomirska zu den bekanntesten Geigerinnen der internationalen Musikszene. Sie konzertierte intensiv in Ost- und Westdeutschland und war in beiden deutschen Staaten in den bedeutendsten Musikzentren präsent. Sie trat unter anderem in der Berliner Philharmonie und im Gewandhaus Leipzig auf und war damit eine Künstlerin, die das Publikum über politische und geografische Grenzen hinweg erreichte. Gerade in dieser Zeit wurde sie zu einer der prominentesten Botschafterinnen der europäischen Musikkultur.

Im Laufe ihrer Karriere arbeitete Wanda Wiłkomirska mit einigen der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts zusammen. Zu ihnen gehörten Leonard Bernstein, Kurt Masur, Otto Klemperer, Zubin Mehta, Sir John Barbirolli, Wolfgang Sawallisch, Pierre Boulez, Erich Leinsdorf, Paul Hindemith und viele andere. 

Sie konzertierte mit weltberühmten Orchestern wie der New York Philharmonic, dem Cleveland Orchestra, der Royal Philharmonic, dem Hallé Orchestra, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig, der Sydney Symphony Orchestra und den Berliner Philharmonikern. Diese Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Klangkörpern und Dirigenten ihrer Zeit belegt ihre außergewöhnliche Stellung im internationalen Musikleben.

Ein weiterer zentraler Bereich ihres Wirkens war die Kammermusik. Gemeinsam mit ihren Geschwistern bildete sie das legendäre Wiłkomirski-Trio, das über viele Jahre zu den wichtigsten polnischen Kammermusikensembles gehörte. Später musizierte sie mit hervorragenden Künstlerinnen und Künstlern wie Martha Argerich, Daniel Barenboim, Gidon Kremer und Mischa Maisky. Ihr Kammermusikspiel war geprägt von großer Intensität, stilistischer Klarheit und einem tiefen musikalischen Dialog mit ihren Partnern.

Wanda Wiłkomirska war zugleich eine bedeutende Interpretin zeitgenössischer Musik. Sie setzte sich mit großem Engagement für neue Werke ein und brachte zahlreiche Kompositionen polnischer und internationaler Komponistinnen und Komponisten zur Uraufführung. Viele Werke wurden ihr gewidmet. Sie verstand Musik nicht nur als Pflege der Tradition, sondern auch als lebendige, sich entwickelnde Kunstform, die in der Gegenwart Verantwortung übernimmt und neue Ausdrucksräume eröffnet.

Auch ihre diskografische Tätigkeit war von großer Bedeutung. Wanda Wiłkomirska nahm für renommierte Labels auf, darunter Deutsche Grammophon, EMI, Philips, Naxos, Connoisseur Society und Polskie Nagrania. Ihre Aufnahmen wurden international beachtet und ausgezeichnet. Zwei ihrer Einspielungen erhielten in den 1970er Jahren bedeutende Schallplattenpreise. Ihre Einspielungen zeichnen sich durch große stilistische Sicherheit, emotionale Tiefe und einen unverwechselbaren Ton aus und bleiben bis heute ein wichtiger Teil ihres künstlerischen Erbes.

1982 verließ Wanda Wiłkomirska aus Protest gegen die politischen Verhältnisse in Polen ihre Heimat und nahm eine Professur an der Musikhochschule Mannheim-Heidelberg an. Dort lehrte sie siebzehn Jahre lang und prägte mehrere Generationen von Violinistinnen und Violinisten. Sie lebte von 1982 bis 2017, also rund 35 Jahre, in Deutschland. Auch in ihrer pädagogischen Arbeit zeigte sich dieselbe künstlerische Konsequenz, die ihr Spiel auszeichnete. Sie vermittelte nicht nur technische Meisterschaft, sondern auch künstlerische Verantwortung, geistige Offenheit und einen tiefen Respekt vor der Musik.

In den folgenden Jahrzehnten verband sie ihre internationale Konzerttätigkeit mit intensiver Lehrtätigkeit in Europa, Australien und anderen Ländern. Sie blieb bis ins hohe Alter eine lebendige, engagierte und geachtete Persönlichkeit des Musiklebens. Einen Teil ihrer letzten Lebensjahre verbrachte sie in Bremen. Für viele junge Musikerinnen und Musiker war sie nicht nur eine große Lehrerin, sondern auch ein moralisches und künstlerisches Vorbild.

Wanda Wiłkomirska starb am 1. Mai 2018 in Warschau im Alter von 89 Jahren. Ihr Tod bedeutete das Ende eines außergewöhnlichen Künstlerlebens, ihr Erbe aber lebt weiter: in ihren Aufnahmen, in den Erinnerungen ihres Publikums, in den Karrieren ihrer Schülerinnen und Schüler und in ihrem umfangreichen persönlichen Nachlass. Dieser Nachlass, von dem sich ein bedeutender Teil heute in Bremen befindet, ist nicht nur ein wertvolles Zeugnis ihres Lebens und Wirkens, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des europäischen und internationalen Musikgedächtnisses.

Wanda Wiłkomirska war weit mehr als eine große polnische Geigerin. Sie war eine Musikerin von Weltrang, eine leidenschaftliche Interpretin, eine engagierte Pädagogin und eine europäische Intellektuelle mit internationaler Ausstrahlung. Ihr Leben und Werk verbinden Musik, Geschichte und Haltung auf seltene Weise. Gerade deshalb ist die Erinnerung an sie heute von besonderer Bedeutung.

Kunst ist die Sprache der Erinnerung - sie verbindet Menschen, Orte und Geschichten.

 

 

 

Hier Mitglied werden:

Mitgliedsantrag

Satzung

Kontakt aufnehmen

Telefon: +49 421 8399488

Telefax: +49 421 8399489

E-Mail: info@wandawilkomirska-kulturverein.com

Adresse: Habenhauser Landstraße 150, Bremen, 28279, Bremen, Deutschland

©2026. Alle Rechte vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Bilder aus Privatarchiv von Wanda Wilkomirska

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.